von Norman Schmid - 18. August 2020-

+2 Grad

Warum wir uns für die Rettung der Welt erwärmen sollten.

Buchrezension zu Kromp-Kolb, H. & Formayer, H. (2018). +2 Grad. Wien: Molden
„Es ist eine Schande, dass Vierzehnjährige auf die Straße gehen müssen, um für eine Zukunft zu kämpfen, die die Erwachsenen ihnen eigentlich ermöglichen sollten.“

Mit diesem Zitat von Helga Kromp-Kolb auf dem Buchcover wird eindrucksvoll auf die Verantwortung hingewiesen, die wir alle für die Zukunft übernehmen sollten bzw. müssen, wenn wir eine lebenswerte Erde und soziale Stabilität erhalten wollen.

+2 Grad ist ein sehr empfehlenswertes Buch zum aktuellen Stand der Klimakrise. Die Autoren fassen die Fakten zum Klimawandel anschaulich zusammen und geben auch eine geschichtlichen Überblick über Klimaveränderungen im Erdzeitalter und wie diese die Erde und die Menschheit beeinflusst haben. Bereits wenige Grad mehr oder weniger haben zu drastischen Umweltveränderungen, Mißernten, Hungersnöten und Völkerwanderungen geführt. Das soll uns vor Augen führen, dass bereits wenige Grade Temperaturänderung zu massiven negativen Auswirkungen geführt haben und dies auch für die Zukunft zu befürchten (zu erwarten) ist, wenn wir uns weiter auf dem bisherigen Weg fortbewegen.

Das Buch beschreibt auch die Versuche von Klimakonferenzen, die Klimaveränderung zu bremsen, bisher jedoch ohne großen Erfolg, sind doch die Interessen der „alten“ Industrie und Finanzwirtschaft bisher noch zu mächtig.
Dennoch macht das Buch nicht beim aktuellen Stand der Dinge halt, sondern zeigt auch Initiativen rund um den Globus auf, die im Kleinen und Großen bereits beachtliche Wirkungen auf regionaler Ebene bewirken konnten und vor allem als Vorbild für eine positive Transformation gelten können. Diese reichen von Einzelpersonen und  Nachhaltigkeitspionieren zu Gemeinden und Betrieben.

Im Vorwort zur 3. Auflage 2019 wird festgehalten, dass das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) die dramatischen Entwicklungen unterschätzt hat und dass statt +2 Grad jetzt nur mehr +1,5 Grad die Obergrenze der globalen Erwärmung darstellt. Das sollte uns noch mehr aufrütteln und mit den dargestellten Best Practice Beispielen ermuntern, vom Wissen zum Handeln zu kommen, damit für alle Menschen ein gutes Leben ermöglicht wird.

Zusammengefasst von Norman Schmid