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Der Umstieg von Tierprodukten auf vegane Alternativen



(Pseudo-) Getreidedrinks und Pflanzenjoghurts – vegan ist vieles, aber nicht fad!


Kein Verzicht, trotz Verzicht!

Der Cappuccino am Morgen mit einem leckeren Müsli, oder ein Joghurt und Kuchenstück als Nachmittagssnack. Auf all das muss man nicht verzichten, nur weil man keine Milchprodukte konsumieren möchte. Mittlerweile gibt es gute pflanzliche Alternativen: Eine große Auswahl an Pflanzendrinks, welche oft als Milchersatz bezeichnet werden, macht es möglich und einfach wie noch nie.
In meinem Freundes- und Bekanntenkreis ist es schon lange Zeit normal, sich zumindest weitgehend pflanzenbasiert zu ernähren. Ich gehöre als Pescetarierin eher zur Minderheit, da es in meiner Generation bzw. „Bubble“ eher normal ist, sich weitgehend vegetarisch oder vegan zu ernähren. Die Motivation für diese Ernährungsweisen sind unterschiedlich, aber die Tierethik und der Klimaschutz sind bei den meisten der Hauptgrund. Auch bei mir war das der Auslöser meine Ernährung umstellen zu wollen, und dank meines Umfeldes wurde ich bei dieser Entscheidung auch unterstützt.

Mein Weg

Meine Eltern und mein Bruder verfolgen auch eine pflanzenbasierte Ernährungsweise, wobei meine Eltern und ich als Pescetarier einzuordnen sind, auch wenn sich unser Fischkonsum auf nicht mehr als einmal pro Monat beläuft. Mein Bruder (21) lebte seit seinem 18 Geburtstag vegetarisch und seit einiger Zeit vegan. Ich bin also umgeben von Menschen, die diese Ernährungsweisen selbst praktizieren.

Mein Fleischkonsum war schon immer eher gering und aufgrund einiger Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie tierethischen und umweltethischen Gründen verzichte ich seit ungefähr zwei Jahren auf tierische Milch und Joghurt.
Gesundheitlich geht es mir nach dieser Umstellung viel besser und ich fühle mich auch energievoller. Natürlich spielen Sport und Bewegung im Alltag eine wichtige Rolle, ebenso wie das Pflegen von sozialen Kontakten und die Auseinandersetzung mit der psychischen Gesundheit.
Dass ich etwas für den Klima- und Tierschutz auf diese Weise leisten kann, beflügelt des Weiteren auch.

Viele gute Gründe für den Griff zu Sojamilch und Co. statt zu tierischer Milch

Es gibt viele Gründe auf tierische Produkte zu verzichten. Angefangen mit dem heiß diskutierten Argument, dass die Muttermilch von anderen Säugetieren nicht für den Menschen bestimmt ist. Denn der Mensch war nicht immer ein Milchtrinker: Die meisten erwachsenen Menschen sind und waren in früherer Zeit laktoseintolerant, im asiatischen Raum ist die Mehrheit der Bevölkerung es noch immer. Aufgrund einer Genmutation vor ungefähr 7500 Jahren gewöhnten sich die Europäer:innen an die tierische Milch.

Es ist nicht abzustreiten, dass das kalorien- und proteinreiche Getränk die (europäischen) Völker in früherer Zeit, vor allem, gut über den Winter brachten. Doch muss auch ergänzt werden, dass wir mittlerweile nicht mehr darauf angewiesen sind und es noch dazu genügend Alternativen gibt.
Des Weiteren kann darüber diskutiert werden, ob tierische Milch die Gesundheit des Menschen ernsthaft verschlechtern kann und sogar dadurch Krankheiten entstehen und gefördert werden. Eine Studie der Havard University unter der Leitung von Dr.in Ganmaa Davaasambuu belegte, dass in der pasteurisierten Kuhmilch krebserregende Hormone zu finden sind. Industrielle Melkprozesse bewirken einen Hormonanstieg in der Milch und vor allem der Konsum extrem hormonhaltiger Milch steht in der Kritik, da diese unter dem Verdacht steht Hoden-, Prostata- und Brustkrebs zu fördern. Auch das Forschungsteam der Havard University steht hinter dieser Theorie.

Ein weiteres beliebtes Argument gegen die tierische Milch und andere Tierprodukte sind die Haltungsbedingungen der Vierbeiner. Es gilt in Österreich die Regel, dass den Milchkühne mindestens 90 Tage im Jahr der Auslauf und/oder Weidegang ermöglicht wird. Eine dauerhafte Anbindehaltung ist zwar verboten, jedoch dürfen Tiere bei geringen Weide- und Auslaufflächen, baulichen Gegebenheiten am Betrieb oder aufgrund der Sicherheit für Tier und Mensch dauerhaft angebunden werden. Und sind ehrlich: auch wenn die 90 Tage Auslauf eingehalten werden, ist das doch erstaunlich wenig bei 365 Tagen im Jahr!

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass die Futterproduktion für die Tierhaltung – auch die von Kühen – massiv mit der Klimakrise verwoben ist. Für die Anbauflächen von Soja, Mais, Weizen und Gerste, welches als Tierfutter verwendet wird, werden Wälder gerodet und die Nahrungsmittel werden über den Erdball transportiert, um bei den Ställen zu landen. Wenn man bedenkt, dass ein nicht unbedeutender Teil der Weltbevölkerung an Hunger leidet, scheint es sehr skurril, dieses Nahrungsmittel in Massen für die Tierhaltung anzubauen. Die benötigten Land-, Wasser und Energieressourcen für die Nutztierhaltung sind somit nicht nur eine große Belastung für die Umwelt und unser Klima, sondern wirken sich auch direkt auf den Menschen aus.

Fazit

Ob Hafer- oder Sojadrinks: Die Vielfalt der Milchalternativen ist mittlerweile sehr groß und es sollte für jeden etwas dabei sein. Die Ernährung spielt im Leben eine wichtige Rolle bei der Gesundheit und in der heutigen Zeit sollte auch auf das Klima und Tierwohl Acht gegeben werden. Kleine Schritte und Änderungen können nicht nur für einen selbst, sondern auch für die Umwelt und Mitmenschen einen bedeutenden Impact haben.

Infos zu Aufwand und Impact

Genauere Infos zu Aufwand und Impact Umwelt und Impact eigene Person finden Sie unter "Die Wirkung von Verhaltensexperimenten." https://www.oekocoaching.at/verhaltensexperimente/verhaltensexperimente



Literatur:
Kern, Alexandra. 2021. Krebserregende Hormone in Milch. Zentrum der Gesundheit. (https://www.zentrum-der-gesundheit.de/krankheiten/krebserkrankungen/weitere-krebsinformationen/milch-krebs Zugegriffen: 19.01.2022)
Ireland, Corydon. 2006. Hormones in milk can be dangerous. Harvard News Office. Havard University Gazette.
Landschaft schafft Leben. 2021. Milch Herstellung. (https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/milch/herstellung/tierwohl-und-haltung Zugegriffen: 19.01.2022)
Vier Pfoten. 2021. Fleischkonsum und Welthunger. (https://www.vier-pfoten.at/kampagnen-themen/themen/ernaehrung/welthunger Zugegriffen: 19.01.2022)