Olivia Schmid - 30. September 2021-

Biodiversität in Österreich und Strategien zum Schutz

Jährlich sterben etwa 50.000 Arten aus - Die Biodiversität auf unserem Planeten schwindet. Wer trägt die Schuld? In vielen Bereichen oftmals der Mensch.

Was ist Biodiversität?

Biodiversität bzw. biologische Vielfalt beschreibt die Fülle des unterschiedlichen Lebens in einem bestimmten geographischen Gebiet oder bestimmten Landschaftsraum. Die biologische Vielfalt teilt sich hierbei in drei Gruppen auf: Vielfalt der Arten, genetische Vielfalt innerhalb der Arten, und die Vielfalt der Ökosysteme. Zur letzteren zählen Lebensgemeinschaften, Lebensräume wie u.a. Wälder und Meere, sowie Landschaften. Die Artenvielfalt ist nur ein Teil der Biodiversität, und Schätzungen zufolge wurden bis zu diesem Zeitpunkt etwa 15% der auf der gesamten Welt vorkommenden Arten beschrieben und katalogisiert. 85% der Arten wurden somit noch nicht untersucht, und ohne einen adäquaten Umweltschutz wohlmöglich auch vor ihrer Entdeckung ausgerottet.
In Österreich prägen die Beschaffenheit und die Verteilung der Ökosysteme nicht nur das Landschaftsbild, sondern beeinflussen auch die Eigenschaften der Landschaft bezüglich Biodiversität. Das Darstellen, Messen und Beschreiben von Biodiversität stellt eine Herausforderung dar, dennoch ist das für eine Entwicklung und Umsetzung der politischen Strategien für einen langfristigen Umweltschutz erforderlich.

Integrative Ansätze in der Forschung für den Artenschutz

Eine fachübergreifende Forschung wird immer wichtiger und ist in der heutigen Zeit so ziemlich Voraussetzung, um adäquate Ergebnisse zu bekommen. Die Ökologin Bea Maas von der Universität Wien und Ko-AutorInnen diskutierten in dem Artikel „Basic and Applied Ecology“ die Chancen und Herausforderungen einer fachübergreifenden Zusammenarbeit. Sie zeigen an Beispielen der Vogel- und Fledermausforschung, wie die gemeinsame Forschung von Biologie, Psychologie und Technologie zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen können, und diese auch verbessern.  
Das Erreichen der „Sustainable Development Goals“, welche sich mit den Anforderungen an nachhaltiger Entwicklung beschäftigt, kann nur durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit funktionieren. Eine tatsächliche Integration der Erkenntnisse aus den verschiedenen Fachbereichen ist hier wünschenswert, statt eine lediglich Berücksichtigung dieser. Die Kritik an dieser Art der Zusammenarbeit wird an den Begriffen von multi-, inter- und transdisziplinären Forschungsansätzen geübt: Sie werden oft als Synonyme verwendet oder verwechselt.

Die Natur erobert die Hauptstadt Österreichs zurück

In Wien breiten sich invasive Pflanzen wie der Staudenknöterich immer weiter aus, da Hitze und Trockenheit auch die perfekten Bedingungen dafür schaffen. Von den in Wien rund 2.400 Pflanzenarten sind etwa tausend invasive Arten, also Arten, welche hier nicht heimisch sind. Einige wenige von ihnen sind sehr hartnäckig und sorgen für Probleme, weshalb die MA 49 in Teilen Wiens dagegen vorgeht. Da einige Wurzelstoffe das Wachstum anderer Pflanzen ausbremst, werden Pflanzen wie Goldruten-Monokulturen u.a. im Lainzer Tiergarten händisch ausgerissen, um das Wachstum einzudämmen.

Die Biodiversitätsstrategie 2030

Zum Schutz der heimischen Artenvielfast und Erhalt von Lebensräumen wie Flüssen, Wälder und Moore wurde von Klimaschutzministerium die Biodiversitätsstrategie ins Leben gerufen. In Zusammenarbeit des Klimaschutzministeriums und des Umweltbundesamtes wurde ein Entwurf vorgestellt, welcher das Anliegen von Wissenschaftler:innen, Expert:innen, Bundesländern und der Zivilgesellschaft vereint. Die Klimaschutzministerin Leonore Gewessler macht klar, dass wir unsere Umwelt mit ihren Tier- und Pflanzenarten schützen müssen. Zivilgesellschaftliche Organisationen und die Wissenschaft müssen hier an einem Strang ziehen.
Der Entwurf der Biodiversitätsstrategie besteht aus drei größeren Punkten. Die heimischen Arten und Lebensräume sollen zu rund einem Drittel wieder in einen guten Zustand gebracht werden und 30% der Staatsfläche unter Schutz gestellt werden. Diese Strategie ist insofern auch von großem staatlichem Interesse, da der Tourismus, die Gesellschaft und die heimische Wirtschaft davon betroffen sind.

Zusammenfassung

Mit knapp 68.000 Arten, davon 45.000 Tierarten, zählt Österreich zu den artenreichsten Ländern Mitteleuropas. Insekten machen mit rund 40.000 Arten die größte Gruppe aus. Aus diesem Grund, und aus unzählig weiteren ist es wichtig, unsere heimische Natur und Umwelt zu schützen. Durch das Darstellen, Messen und Beschreiben der Biodiversität kann ein langfristiger Umweltschutz stattfinden, wobei ein interdisziplinärer Ansatz wünschenswert ist. Die Sustainable Develpment Goals und die Biodiversitätsstrategie 2030 sind Konzepte, welche die Erhaltung der Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt durch Maßnahmen und Ziele zur Aufgabe haben.




Literatur:
Biodiversitätsstrategie 2030. 2021. Biologische Vielfalt. https://www.biologischevielfalt.at/ (Zugegriffen am: 24.09.2021)
Europäischer Green Deal: Neue Strategie zum Schutz der Wälder in der EU. Biologische Vielfalt. 2021. https://www.biologischevielfalt.at/(Zugegriffen am: 25.09.2021)
Was ist Biodiversität? 2021. https://www.greenpeace.de/biodiversitaet(Zugegriffen am 25.09.2021)