Olivia Schmid - 24. September 2022-

Ernährung und Klimaschutz

Wie viel Schaden richtet unsere Ernährung an?

Fleisch frisst Klima

Bis zu einem Drittel der globalen Treibhausgasemissionen werden durch unsere Ernährung verursacht. Von den 37 Prozent sind ca. 12 Prozent direkte Emissionen, worunter das ausgestoßene Methan von Wiederkäuern zählt. Die indirekten Emissionen, welche durch u.a. die Abholzung und Freisetzung von CO2 für die Landwirtschaft zu verzeichnen sind, schädigen ebenfalls die Umwelt. Besonders Länder des globalen Südens sind von Waldrodung betroffen. Die Länder des globalen Nordens und westliche Industriestaaten tragen hierbei eine große Schuld, denn diese konsumieren die tierischen Produkte in Massen.

Beim Klimaschutz kommt es demnach darauf an, was wir essen. Vor allem der Fleischkonsum ist eine Herausforderung für die Umwelt. Der WWF teilte in einem Bericht mit, dass mit nur einem fleischfreien Tag in der Woche in Deutschland 9 Millionen Tonnen C02-Äquivalente pro Jahr eingespart werden können. Dazu kommt auch, dass die Fläche in den Ländern des globalen Südens eingespart werden würde. Mit dem Vorurteil, dass Pflanzenprodukte aus Soja und eine überwiegende pflanzliche Ernährung die Umwelt ebenso stark schädigen, kann außerdem aufgeräumt werden: Denn der Großteil der globalen Produktion wird als Futtermittel in der Landwirtschaft verwendet. Um ein Kilogramm Schweinefleisch zu erzeugen, werden im Schnitt 650 Gramm Soja, zusammen mit anderen Futtermitteln, benötigt. Die Mengen und Anbauflächen für Sojaprodukte, welche auf direktem Wege vom Menschen konsumiert werden, sind um ein Vielfaches kleiner.

Aufgrund der benötigten Mengen an Futtermittel für die europäische Tierhaltung zählt die EU nach China als zweitgrößter Importeur von Soja, welches überwiegend aus Südamerika bzw. Brasilien stammt. Darüber hinaus hat die europäische Kommission festgestellt, dass heutzutage mehr als 30 Prozent der für unseren Konsum importierte Lebensmittel aus tropischen Ländern stammen. Die Importe sind folglich keineswegs vernachlässigbar.

Lebensmittelverschwendung

Zu klein, zu groß oder zu krumm: Neben einer tierprodukt- und fleischreichen Ernährung wird auch eine allgemeine Lebensmittelverschwendung als klimaschädlich gesehen. Die Lebensmittelverluste entlang der gesamten Lebensmittelkette, also vom Feld bis auf den Teller, machen knapp 10 Prozent aller Emissionen des globalen Ernährungssystems bzw. 3,7 Prozent der gesamten globalen anthropogenen Emissionen aus. In Deutschland liegt der vermeidbare Lebensmittelabfall bei geschätzten 9,9 Millionen Tonnen pro Jahr, weshalb der WWF am 26. Mai 2022 den Tag der Lebensmittelrettung ausruft. An diesem Tag wird darauf aufmerksam gemacht, dass von Jahresbeginn bis zum 26. Mai alle produzierten Lebensmittel entlang der Wertschöpfungskette verloren gehen.

Die Natur reagiert auf die Überbeanspruchung vor allem in den vergangenen Jahren immer deutlicher. Im globalen Süden, wie z.B. Brasilien, stehen brennende Regenwälder bildlich für die Zustände in der Lebensmittelproduktion. Der Klima-Fußabdruck der Industrieländer, wie in Österreich und Deutschland, tragen mit Gesamtemissionen von 805 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (Deutschland, 2018) zu der Situation bei. Pro Person fallen 9,7 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr an, von welchen 1,7 Tonnen CO2-Äquivalente durch die Ernährung verursacht werden.

Zusammenfassung

Die Klimakrise wird durch die Verschwendung wertvoller Nahrungsmittel angefeuert, aber auch der vermehrte Fleischkonsum trägt zu einer negativen Auswirkung auf die Umwelt bei. Hierbei werden große Mengen an Futtermittel benötigt, welche zudem oftmals einen langen Transportweg zurücklegen. Obwohl Industriestaaten, sowie überwiegend die des globalen Nordens als Hauptkonsumenten verstanden werden können, werden für den Anbau die Flächen des globalen Südens herangezogen. Hierbei müssen nicht selten Wälder der Nahrungsproduktion weichen.